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RCD Typen (A / B / F)
Kurzbeschreibung
RCDs (Fehlerstromschutzschalter) unterscheiden sich nach der Art der Fehlerströme, die sie erkennen können.
Die Auswahl des richtigen Typs ist entscheidend für die Sicherheit und die korrekte Funktion der Anlage.
Übersicht
| Typ | erkennt Fehlerströme | Einsatz |
|---|---|---|
| Typ A | Wechselstrom + pulsierender Gleichstrom | Standard (Schule, Gebäude) |
| Typ F | wie Typ A + höhere Frequenzen | moderne Geräte (z. B. FU, Motoren) |
| Typ B | Wechselstrom + Gleichstrom (glatt) | Frequenzumrichter, PV, Labor |
Typ A
Eigenschaften
* erkennt:
- Wechselstrom (AC)
- pulsierenden Gleichstrom
* Standard-RCD in Gebäuden
* typisch: 30 mA
Einsatzbereich
* Steckdosen
* Beleuchtung
* Standard-Schulräume
* klassische Verbraucher
Besonderheiten
* darf NICHT eingesetzt werden bei:
- Frequenzumrichtern
- PV-Anlagen
- Geräten mit glattem Gleichstrom
Typ F
Eigenschaften
* erweitert Typ A
* erkennt zusätzlich:
- Mischfrequenzen
- höhere Frequenzen
* besser für moderne Geräte
Einsatzbereich
* Motoren mit Elektronik
* Lüftungsanlagen
* Geräte mit FU (klein)
Typ B
Eigenschaften
* erkennt:
- Wechselstrom
- pulsierenden Gleichstrom
- glatten Gleichstrom
* allstromsensitiv
Einsatzbereich
* Frequenzumrichter (groß)
* PV-Anlagen
* Laborgeräte
* Ladeinfrastruktur (Wallbox)
Besonderheiten
* teuer
* notwendig wenn DC-Fehlerströme auftreten können
Prüfung
ℹ️ Hinweis:
* RCD-Typ bestimmt die Messart
* Typ A:
- Standardmessung (AC)
* Typ B:
- zusätzliche DC-Messung erforderlich
Wichtige Praxisregel
⚠️ Gefahr:
* falscher RCD-Typ = Schutz funktioniert NICHT
Beispiel:
* Typ A bei Frequenzumrichter:
→ erkennt Fehler nicht\\ → Lebensgefahr
Hintergrund zur Prüfung
ℹ️ Hinweis:
- Auslösezeit wird meist mit 1x, 2x oder 5x IΔn geprüft
- Rampe ermittelt den tatsächlichen Auslösestrom
- Typ B benötigt zusätzliche Gleichstromprüfung
